Vorerkrankungen und Sommerhitze – Worauf Betroffene besonders achten sollten

Hohe Temperaturen sind für gesunde Menschen oft schon anstrengend. Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegserkrankungen oder anderen chronischen Leiden kann Sommerhitze jedoch zu einer echten Belastung werden. Auch bestimmte Medikamente beeinflussen den Flüssigkeits- und Wärmehaushalt des Körpers. Mit der richtigen Vorbereitung, einer angepassten Ernährung und ausreichend Flüssigkeit lassen sich viele Risiken deutlich verringern.

Der Sommer lädt zu Ausflügen, Gartenfesten und Aktivitäten im Freien ein. Viele Menschen genießen die langen Tage und die warmen Temperaturen. Doch nicht jeder Körper kommt mit Hitze gleich gut zurecht.

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen können heiße Tage den Alltag erheblich erschweren. Das Herz muss mehr arbeiten, der Kreislauf wird stärker belastet und durch das Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Gleichzeitig können bestimmte Medikamente dazu führen, dass Hitze schlechter vertragen wird oder der Flüssigkeitsbedarf steigt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Betroffene den Sommer meiden müssen. Wer seine Erkrankung kennt, auf Warnsignale achtet und einige einfache Vorsichtsmaßnahmen beachtet, kann die warme Jahreszeit sicher genießen.

Warum Vorerkrankungen die Hitzeverträglichkeit beeinflussen

Unser Körper versucht ständig, seine Temperatur konstant zu halten. Bei großer Hitze erweitern sich die Blutgefäße, die Haut wird stärker durchblutet und der Körper beginnt zu schwitzen.

Menschen mit bestimmten Erkrankungen können diese Anpassung jedoch nur eingeschränkt leisten.

Besonders betroffen sind Menschen mit:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • chronischen Lungenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen

Sie sollten an heißen Tagen besonders aufmerksam sein.

Herz und Kreislauf werden stärker belastet

Hohe Temperaturen führen dazu, dass sich die Blutgefäße erweitern. Dadurch sinkt der Blutdruck häufig leicht ab.

Für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann dies Beschwerden verursachen wie:

  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Kreislaufprobleme
  • Schwächegefühl

Regelmäßige Pausen und ausreichendes Trinken helfen, den Kreislauf zu entlasten.

Diabetes und Sommerhitze

Auch Menschen mit Diabetes sollten während Hitzeperioden besonders aufmerksam sein.

Hohe Temperaturen können:

  • den Flüssigkeitsbedarf erhöhen
  • den Blutzucker beeinflussen
  • die Wirkung von Insulin verändern

Blutzuckerwerte sollten daher regelmäßig kontrolliert werden. Medikamente und Insulin sollten entsprechend der Herstellerangaben vor Hitze geschützt werden.

Medikamente können die Hitzeverträglichkeit beeinflussen

Einige Arzneimittel können dazu beitragen, dass der Körper empfindlicher auf hohe Temperaturen reagiert.

Dazu gehören beispielsweise Medikamente, die:

  • die Wasserausscheidung erhöhen (Diuretika)
  • den Blutdruck senken
  • das Schwitzen beeinflussen

Wer Fragen zu seinen Medikamenten hat, sollte diese mit der behandelnden Ärztin, dem behandelnden Arzt oder der Apotheke besprechen. Medikamente sollten niemals eigenständig abgesetzt oder in der Dosierung verändert werden.

Ernährung bei Vorerkrankungen

Gerade im Sommer sind leichte Mahlzeiten oft angenehmer.

Gut geeignet sind:

  • frisches Gemüse
  • Salate
  • Obst
  • fettarme Milchprodukte
  • Vollkornprodukte
  • magerer Fisch

Sehr fettige und schwere Speisen können den Kreislauf zusätzlich belasten.

Ausreichend trinken – aber individuell

Viele Menschen profitieren davon, regelmäßig Wasser oder ungesüßte Getränke zu trinken.

Bei bestimmten Erkrankungen – etwa einigen Herz- oder Nierenerkrankungen – kann jedoch eine ärztlich empfohlene Trinkmengenbegrenzung bestehen.

Deshalb gilt:

  • ärztliche Empfehlungen beachten
  • Getränke über den Tag verteilen
  • Alkohol möglichst meiden

Aktivitäten an die Temperaturen anpassen

Körperliche Bewegung bleibt wichtig.

Empfehlenswert sind:

  • Spaziergänge am Morgen
  • leichte Gymnastik
  • Schwimmen
  • Bewegung im Schatten

Die größte Mittagshitze sollte möglichst gemieden werden.

Warnsignale ernst nehmen

Folgende Beschwerden sollten nicht ignoriert werden:

  • anhaltender Schwindel
  • starke Kopfschmerzen
  • Verwirrtheit
  • Atemnot
  • Brustschmerzen
  • Ohnmacht

In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Gut vorbereitet durch heiße Tage

Eine gute Planung erleichtert den Sommer.

Hilfreich sind:

  • Getränke griffbereit haben
  • Medikamente richtig lagern
  • Termine möglichst in die Morgenstunden legen
  • Wohnung kühl halten
  • Angehörige oder Nachbarn informieren, wenn Unterstützung nötig sein könnte

Fazit

Chronische Erkrankungen bedeuten nicht, dass auf einen schönen Sommer verzichtet werden muss. Mit einer guten Vorbereitung, einer ausgewogenen Ernährung, angepassten Aktivitäten und ausreichend Aufmerksamkeit lassen sich viele Belastungen vermeiden.

Wer die eigenen Grenzen kennt, Warnsignale ernst nimmt und ärztliche Empfehlungen beachtet, schafft die besten Voraussetzungen, um die warme Jahreszeit sicher und möglichst unbeschwert zu genießen.

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