Typische Fehler beim Kauf von Küchenarmaturen – und wie man sie vermeidet

Die Küchenarmatur gehört zu den meistgenutzten Elementen der Küche – und wird dennoch häufig unterschätzt. Ob falscher Anschluss, unpassende Höhe, mangelhafte Technik oder rein optische Entscheidungen: Viele Probleme entstehen bereits beim Kauf. Dieser ausführliche Ratgeber zeigt die häufigsten Fehler, erklärt ihre Folgen und gibt fundierte Tipps, wie sich diese vermeiden lassen.

Kaum ein Bauteil in der Küche wird so selbstverständlich genutzt wie die Armatur. Mehrmals täglich – oft unbewusst – wird sie betätigt: beim Händewaschen, Kochen, Abspülen, Gemüsewaschen oder Reinigen. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade hier häufig Fehlentscheidungen getroffen werden.

Der Grund liegt auf der Hand: Küchenarmaturen wirken auf den ersten Blick simpel. Doch hinter dem Design verbergen sich Technik, Anschlussarten, Materialfragen und ergonomische Aspekte, die im Alltag einen enormen Unterschied machen. Wer hier falsch plant, ärgert sich oft jahrelang – oder zahlt doppelt.

Dieser Artikel zeigt typische Fehler beim Armaturenkauf, erklärt deren Ursachen und hilft dabei, fundierte und langfristig sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Fehler 1: Hochdruck- und Niederdruckarmatur verwechselt

Dies ist der mit Abstand häufigste und folgenreichste Fehler.

Viele Küchen verfügen über einen Untertischboiler oder einen kleinen Warmwasserspeicher. Andere wiederum werden direkt über die zentrale Warmwasserversorgung gespeist. Für beide Varianten sind unterschiedliche Armaturen zwingend erforderlich.

Was passiert bei einer falschen Wahl?

  • Die Armatur tropft dauerhaft

  • Der Boiler steht unter falschem Druck

  • Bauteile verschleissen schneller

  • Im schlimmsten Fall entstehen Wasserschäden

Warum passiert dieser Fehler so oft?
Weil sich Hoch- und Niederdruckarmaturen optisch kaum unterscheiden. Der Unterschied liegt allein in der Technik und der Anzahl der Anschlüsse.

So vermeidest du den Fehler:
Vor dem Kauf unbedingt unter die Spüle schauen:

  • Untertischboiler vorhanden → Niederdruckarmatur (3 Anschlüsse)

  • Warm- & Kaltwasser aus der Wand → Hochdruckarmatur (2 Anschlüsse)

Im Zweifel gilt: lieber einmal nachsehen oder nachfragen als später neu kaufen.

Fehler 2: Die Armatur ist zu hoch oder schlecht proportioniert

Hohe, elegante Armaturen liegen im Trend – sind aber nicht für jede Küche geeignet.

Typische Probleme im Alltag:

  • Starkes Spritzwasser bei flachen Spülbecken

  • Wasser trifft nicht die Beckenmitte

  • Arbeitsfläche wird regelmäßig nass

  • Unpraktische Nutzung bei kleinen Spülen

Besonders problematisch wird es, wenn eine sehr hohe Armatur mit einer flachen oder kleinen Spüle kombiniert wird.

Besser so:
Armatur und Spüle sollten als funktionale Einheit betrachtet werden. Entscheidend sind:

  • Becken­tiefe

  • Position des Auslaufs

  • Abstand zwischen Auslauf und Beckenboden

Der Wasserstrahl sollte stets ruhig, mittig und kontrolliert ins Becken laufen.

Fehler 3: Schlauchbrause ohne funktionierendes Rückholsystem

Schlauchbrausen gelten als komfortabel – zu Recht. Doch nicht jede Ausführung hält, was sie verspricht.

Häufige Ärgernisse:

  • Der Schlauch zieht sich nicht sauber zurück

  • Die Brause hängt schief

  • Der Schlauch scheuert im Unterschrank

  • Die Mechanik verschleisst frühzeitig

Gerade günstige Modelle sparen häufig an Gegengewichten oder Rückholfedern.

Besser so:
Eine gute Schlauchbrause verfügt über:

  • Ein sauber abgestimmtes Gegengewicht

  • Ruhigen Rücklauf ohne Ruckeln

  • Genügend Platz im Unterschrank

So bleibt der Komfort langfristig erhalten.

Fehler 4: Die Kartusche wird unterschätzt

Die Kartusche ist das technische Herzstück jeder Armatur – und gleichzeitig unsichtbar.

Was passiert bei minderwertigen Kartuschen?

  • Schwergängige Bedienung

  • Ungenaue Temperaturregelung

  • Nachtropfen nach kurzer Zeit

  • Erhöhter Verschleiss

Da die Kartusche kaum sichtbar ist, wird sie beim Kauf oft ignoriert.

Besser so:
Auf Keramikkartuschen achten und im Zweifel lieber in Qualität investieren. Hochwertige Kartuschen sorgen für:

  • Präzise Steuerung

  • Langlebigkeit

  • Leisen, gleichmäßigen Betrieb

Fehler 5: Oberfläche nur nach Optik ausgewählt

Mattschwarz, Granitoptik oder gebürstete Oberflächen wirken modern – bringen aber auch Herausforderungen mit sich.

Typische Enttäuschungen im Alltag:

  • Kalkflecken sind sofort sichtbar

  • Fingerabdrücke bleiben haften

  • Beschichtungen reagieren empfindlich auf falsche Reiniger

Besser so:
Design und Pflegeaufwand realistisch einschätzen:

  • Edelstahl & Chrom → robust, pflegeleicht

  • Schwarze & matte Oberflächen → optisch stark, pflegeintensiver

Regelmäßiges Abwischen verlängert die Lebensdauer deutlich.

Fehler 6: Montagebedingungen werden ignoriert

Nicht jede Armatur passt automatisch – selbst wenn sie optisch perfekt wirkt.

Oft übersehen:

  • Fehlende oder falsche Lochbohrung

  • Zu dicke Arbeitsplatten

  • Zu kurze Flexschläuche

  • Unzureichender Platz unter der Spüle

Besser so:
Vor dem Kauf prüfen:

  • Lochdurchmesser (meist Ø 35 mm)

  • Plattenstärke

  • Einbauraum und Schlauchlängen

Das spart Zeit, Nerven und zusätzliche Kosten.

Fehler 7: Zu sehr am Preis gespart

Eine Küchenarmatur wird täglich intensiv genutzt – oft über viele Jahre hinweg.

Typische Folgen günstiger Fehlkäufe:

  • Früher Verschleiss

  • Reparaturen oder Austausch

  • Unzufriedenheit im Alltag

Besser so:
Eine gute Armatur ist eine langfristige Investition. Wer hier bewusst auswählt, profitiert jeden Tag von:

  • Komfort

  • Zuverlässigkeit

  • Wertigkeit

 

Fazit

Der Kauf einer Küchenarmatur ist weit mehr als eine Designentscheidung. Anschlussart, Proportionen, Technik, Oberfläche und Montagebedingungen bestimmen, ob die Armatur im Alltag Freude bereitet oder zum Ärgernis wird. Wer sich vor dem Kauf Zeit nimmt und typische Fehler vermeidet, schafft die Basis für eine Küche, die langfristig funktioniert – und nicht nur gut aussieht.

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