Sommerzeit bedeutet Garten, Wald, Badesee und lange Abende im Freien – aber auch Mückenstiche, Wespen am Esstisch und Zecken nach einem Spaziergang. Die meisten Begegnungen sind harmlos, dennoch lohnt sich der richtige Schutz. Erfahren Sie, wie Sie Stiche möglichst vermeiden, Zecken richtig entfernen und welche Beschwerden medizinisch abgeklärt werden sollten.
Ein lauer Abend auf der Terrasse könnte so schön sein – wäre da nicht dieses vertraute Summen am Ohr. Beim Frühstück im Garten interessieren sich Wespen plötzlich für das Marmeladenbrot, und nach dem Waldspaziergang entdeckt man eine Zecke am Bein.
Mücken, Wespen und Zecken gehören zum Sommer dazu. Während Mückenstiche meistens vor allem lästig sind, können Wespenstiche bei Allergikern gefährlich werden. Zecken wiederum können Krankheitserreger übertragen.
Panik ist trotzdem nicht angebracht. Mit einigen einfachen Vorsichtsmaßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren – und für den Fall eines Stichs ist es hilfreich zu wissen, was zu tun ist.
Mücken – warum manche Sommerabende besonders lästig werden
Mücken werden unter anderem durch ausgeatmetes Kohlendioxid sowie Körpergerüche und Wärme angelockt.
Besonders in der Nähe stehender Gewässer können viele Mücken auftreten. Schon kleine Wasseransammlungen bieten manchen Arten geeignete Brutplätze.
Deshalb lohnt sich auch ein Blick in den eigenen Garten.
Wasser sollte beispielsweise nicht unnötig lange stehen in:
- offenen Gießkannen,
- Untersetzern von Blumentöpfen,
- Eimern,
- ungenutzten Gefäßen,
- offenen Regentonnen.
Regentonnen lassen sich möglichst mückendicht abdecken.
Mückenstiche möglichst vermeiden
Mechanischer Schutz ist eine der einfachsten Maßnahmen.
Hilfreich sind:
- lange, leichte Kleidung,
- geschlossene Schuhe in stark von Mücken betroffenen Gebieten,
- Fliegengitter an Fenstern,
- Moskitonetze,
- geeignete Insektenschutzmittel.
Bei Repellents sollte die Gebrauchsanweisung genau beachtet werden. Das gilt besonders bei Kindern sowie während Schwangerschaft und Stillzeit.
Nicht jedes Produkt ist für jedes Alter oder jede Anwendung geeignet.
Mückenstich – möglichst nicht kratzen
Nach einem Stich entstehen häufig eine kleine Schwellung und starker Juckreiz.
So schwer es fällt: Kratzen sollte möglichst vermieden werden. Wird die Haut verletzt, können Bakterien leichter eindringen.
Angenehm kann vorsichtiges Kühlen sein.
Bei ungewöhnlich starken Reaktionen, zunehmender Entzündung oder anderen auffälligen Beschwerden sollte medizinischer Rat eingeholt werden.
Wespen am Sommertisch
Kuchen, Eis, Saft und Grillfleisch machen nicht nur Menschen neugierig.
Gerade im Spätsommer können Wespen am Esstisch besonders aufdringlich erscheinen.
Dann gilt vor allem:
Ruhe bewahren und nicht nach den Tieren schlagen.
Hektische Bewegungen können die Situation verschärfen.
Lebensmittel möglichst abdecken und Getränkeflaschen beziehungsweise Gläser im Freien kontrollieren.
Besonders bei Kindern sind verschließbare Trinkgefäße hilfreich.
Vorsicht beim Trinken im Freien
Eine Wespe in einer dunklen Getränkedose oder Flasche ist leicht zu übersehen.
Deshalb Getränke draußen möglichst:
- verschlossen halten,
- aus einem Glas trinken, in das man hineinsehen kann,
- bei Kindern mit geeigneter Abdeckung oder Trinkaufsatz anbieten.
Vor jedem Schluck kurz hinsehen.
Ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann aufgrund einer möglichen Schwellung gefährlich werden und erfordert rasche medizinische Hilfe.
Wespenstich – was jetzt?
Bei einem gewöhnlichen Stich helfen zunächst Ruhe und vorsichtiges Kühlen.
Eine lokale Rötung, Schmerzen und Schwellung sind häufig.
Besondere Vorsicht gilt jedoch bei Menschen mit bekannter Insektengiftallergie. Sie sollten ihr ärztlich verordnetes Notfallset entsprechend der medizinischen Einweisung griffbereit haben.
Allergische Reaktion erkennen
Eine schwere allergische Reaktion kann sich beispielsweise durch Beschwerden fernab der Einstichstelle bemerkbar machen.
Warnzeichen können sein:
- Atemnot,
- Schwellungen von Zunge oder Rachen,
- ausgeprägter Schwindel,
- Kreislaufprobleme,
- Bewusstseinsstörungen,
- großflächige Hautreaktionen.
Bei Verdacht auf eine schwere allergische Reaktion handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Zecken – klein, aber nicht bedeutungslos
Zecken halten sich vor allem in Gras, Gebüsch und niedriger Vegetation auf.
Sie können verschiedene Krankheitserreger übertragen. In Deutschland spielen insbesondere die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine Rolle.
Nicht jeder Zeckenstich führt zu einer Infektion. Trotzdem sollte eine festgesaugte Zecke möglichst frühzeitig entfernt werden.
Schutz beim Spaziergang und Wandern
Wer durch Wald, Wiesen oder hohes Gras läuft, kann den Kontakt mit Zecken reduzieren.
Hilfreich sind:
- geschlossene Schuhe,
- lange Hosen,
- möglichst bedeckte Haut,
- geeignete Repellents,
- Aufenthalt möglichst auf befestigten Wegen.
Helle Kleidung hat einen praktischen Vorteil: Darauf lassen sich herumkrabbelnde Zecken leichter entdecken.
Nach dem Ausflug: Zeckencheck
Nach einem Aufenthalt im Grünen sollte der Körper gründlich abgesucht werden.
Besonders aufmerksam kontrollieren:
- Kniekehlen,
- Achselhöhlen,
- Leistengegend,
- Bauchnabel,
- Hüfte,
- Hals und Haaransatz,
- Bereich hinter den Ohren.
Bei Kindern sollte zusätzlich die Kopfhaut sorgfältig kontrolliert werden.
Auch Kleidung kann überprüft werden.
Eine Zecke richtig entfernen
Eine festgesaugte Zecke sollte möglichst zeitnah entfernt werden.
Dafür eignet sich beispielsweise eine feine Pinzette oder ein geeignetes Zeckenentfernungsinstrument.
Die Zecke möglichst nah an der Haut fassen und kontrolliert herausziehen.
Dabei sollte der Körper der Zecke möglichst nicht gequetscht werden.
Anschließend die Einstichstelle beobachten.
Nicht empfehlenswert ist es, die Zecke vor dem Entfernen mit Öl, Klebstoff, Alkohol oder anderen Hausmitteln zu behandeln.
Was passiert, wenn ein kleiner Rest zurückbleibt?
Manchmal bleibt nach dem Entfernen ein kleiner Teil des Stechapparates in der Haut zurück.
Das bedeutet nicht automatisch, dass nun eine größere Gefahr besteht. Die Haut kann den kleinen Fremdkörper häufig selbst abstoßen.
Bei Entzündung, Unsicherheit oder anhaltenden Beschwerden sollte die Stelle ärztlich beurteilt werden.
Wanderröte – dieses Zeichen sollte man kennen
Nach einem Zeckenstich sollte die Hautstelle in den folgenden Tagen und Wochen beobachtet werden.
Eine kleine vorübergehende Rötung direkt nach dem Entfernen kann zunächst durch die lokale Hautreaktion entstehen.
Anders ist eine sich vergrößernde, häufig ringförmige Rötung, die einige Zeit nach dem Stich auftreten kann. Sie kann ein Hinweis auf Lyme-Borreliose sein und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Auch grippeähnliche oder andere ungewöhnliche Beschwerden nach einem Zeckenstich gehören ärztlich beurteilt.
FSME – wann spielt die Impfung eine Rolle?
Gegen FSME steht eine Impfung zur Verfügung.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie unter anderem für Menschen, die sich in FSME-Risikogebieten aufhalten und dort ein erhöhtes Risiko für Zeckenstiche haben.
Welche Gebiete aktuell als Risikogebiete gelten, kann sich verändern. Vor Urlaub, Wanderreise oder Campingaufenthalt lohnt deshalb ein Blick auf die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts.
Gegen Lyme-Borreliose gibt es für Menschen derzeit keine zugelassene Impfung in Deutschland.
Kinder besonders schützen
Kinder verbringen viel Zeit auf Wiesen, im Gebüsch oder am Waldrand.
Nach einem Ausflug gehört der Zeckencheck deshalb am besten genauso selbstverständlich zum Abend wie Zähneputzen.
Bei Mücken- und Zeckenschutzmitteln müssen Eltern unbedingt auf die Altersangaben des jeweiligen Produkts achten.
Und am Gartentisch gilt: Getränke von Kindern möglichst abdecken und vor dem Trinken kontrollieren.
Was gehört in die Sommer-Ausflugstasche?
Für Wanderung, Camping oder Badesee sind einige kleine Helfer sinnvoll:
- geeignetes Insektenschutzmittel,
- feine Pinzette oder Zeckenkarte nach Herstelleranweisung,
- kleines Desinfektionsmittel für die Hände,
- Pflaster,
- Trinkflasche,
- bei bekannter Insektengiftallergie das ärztlich verordnete Notfallset.
So ist man für viele typische Sommersituationen vorbereitet.
Sommer-Tipp
Machen Sie nach Wald- und Wiesenausflügen einen festen Zwei-Minuten-Zeckencheck.
Kinder können daraus sogar ein kleines Ritual machen: erst Schuhe aus, dann Beine, Kniekehlen, Bauch, Rücken, Achseln, Hals und Kopf kontrollieren.
Je schneller eine Zecke entdeckt wird, desto früher kann sie entfernt werden.
Wissenswert
Mücken, Wespen und Zecken sind nicht dasselbe Risiko.
Ein gewöhnlicher heimischer Mückenstich ist meistens lästig. Bei Wespen steht insbesondere eine mögliche allergische Reaktion im Vordergrund. Bei Zecken geht es dagegen vor allem um mögliche Krankheitserreger wie Borrelien oder das FSME-Virus.
Deshalb braucht jedes dieser Tiere eine etwas andere Schutzstrategie.
Wann sollte medizinischer Rat eingeholt werden?
Ärztliche Hilfe ist insbesondere sinnvoll bei:
- zunehmender oder ungewöhnlich starker Entzündung,
- einer sich ausbreitenden Rötung nach einem Zeckenstich,
- Fieber oder anderen Krankheitszeichen nach einem Zeckenstich,
- starken Beschwerden nach einem Insektenstich,
- Stich im Mund- oder Rachenraum.
Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden.
Fazit
Mücken, Wespen und Zecken müssen den Sommer nicht verderben.
Lange leichte Kleidung, geeigneter Insektenschutz, ein aufmerksamer Blick auf Getränke und Lebensmittel sowie der Zeckencheck nach einem Ausflug reduzieren viele Risiken bereits deutlich.
Besonders wichtig ist zu wissen, wann aus einem lästigen Stich ein medizinisches Problem werden kann.
Gut vorbereitet lässt sich der Sommer draußen genießen – vom Frühstück auf der Terrasse bis zur Wanderung durch Wald und Wiesen.