Kinder, Sommer, Sonnenschein – der praktische Sommer-Ratgeber für Eltern

Spielplatz, Freibad, Urlaub und lange Nachmittage im Garten – der Sommer ist für Kinder voller Abenteuer. Doch heiße Spielgeräte, starke Sonne, aufgeheizte Autos oder zu wenig Schatten können schnell zum Problem werden. Dieser praktische Sommer-Ratgeber zeigt Eltern, worauf sie bei Babys und Kindern im Alltag achten sollten und wie die ganze Familie heiße Tage sicher und entspannt genießen kann.

 

Sommerzeit ist Kinderzeit

Endlich draußen spielen, barfuß durch den Garten laufen, im Planschbecken toben oder mit dem Fahrrad zum Badesee fahren: Für Kinder gehört der Sommer zu den schönsten Zeiten des Jahres.

Doch Kinder erleben Hitze anders als Erwachsene. Gerade Babys und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regulieren und benötigen an heißen Tagen besondere Aufmerksamkeit.

Statt allgemeiner Hitzeregeln stehen deshalb in diesem Ratgeber ganz praktische Situationen im Mittelpunkt: Was ist auf dem Spielplatz zu beachten? Wie bleibt der Kinderwagen angenehm? Was gehört in die Ausflugstasche? Und woran erkennen Eltern, dass ihrem Kind die Hitze zu viel wird?

1. Spielplatz im Sommer: Erst fühlen, dann spielen

Rutsche, Schaukel und Klettergerüst können sich in der Sonne stark erwärmen.

Bevor ein Kind darauf spielt, sollten Eltern insbesondere Metall- und Kunststoffflächen kurz mit der Hand überprüfen. Auch dunkle Fallschutzmatten oder Sand können unangenehm heiß werden.

An sehr warmen Tagen eignet sich der Spielplatz deshalb am besten:

  • am frühen Vormittag,
  • am späteren Nachmittag,
  • an schattigen Stellen,
  • mit regelmäßigen Trink- und Ruhepausen.

Für längere Spielplatzbesuche gehören Trinkflasche, Sonnenhut und Sonnencreme unbedingt ins Gepäck.

 

2. Babys brauchen besonderen Schutz

Für Babys gilt im Sommer besondere Vorsicht. Direkte Sonne sollte möglichst vermieden werden.

Ein schattiger Platz, leichte Kleidung und eine Kopfbedeckung helfen dabei, das Baby vor Sonne und Überhitzung zu schützen.

Eltern können zwischendurch im Nacken beziehungsweise zwischen den Schulterblättern fühlen: Die Haut sollte angenehm warm, aber nicht stark verschwitzt sein.

Auch beim Schlafen gilt: Babys nicht unnötig warm anziehen oder zudecken.

 

3. Vorsicht beim Kinderwagen

Ein Kinderwagen soll Schatten bieten – darf aber nicht zum Wärmestau führen.

Deshalb sollte die Luft möglichst gut zirkulieren können. Ein luftdurchlässiges Sonnendach oder ein geeigneter Sonnenschutz ist besser als eine Konstruktion, die den Kinderwagen weitgehend verschließt.

Stellen Sie den Kinderwagen möglichst in den Schatten und kontrollieren Sie regelmäßig, ob es Ihrem Baby zu warm wird.

Besonders wichtig: Der Schatten wandert mit der Sonne. Ein zunächst schattig abgestellter Kinderwagen kann kurze Zeit später bereits in der direkten Sonne stehen.

 

4. Der unterschätzte Hitzefaktor: das Auto

Im Sommer kann sich ein abgestelltes Fahrzeug sehr schnell stark aufheizen.

Deshalb gilt ohne Ausnahme:

Ein Kind niemals allein im geparkten Auto zurücklassen – auch nicht für wenige Minuten.

Vor dem Einsteigen lohnt sich außerdem ein kurzer Check des Kindersitzes. Gurtschlösser und andere Bauteile können durch direkte Sonneneinstrahlung sehr heiß werden.

Ein Sonnenschutz an den Fenstern und ein schattiger Parkplatz können helfen, die Hitze im Fahrzeug etwas zu reduzieren.

 

5. Fahrrad, Laufrad und Roller

Kinder wollen sich auch im Sommer bewegen. An sehr heißen Tagen sollten längere Touren jedoch möglichst auf die kühleren Tageszeiten verschoben werden.

Bei Fahrradausflügen gehören ausreichend Getränke und regelmäßige Pausen dazu.

Auch unter dem Fahrradhelm kann sich Wärme stauen. Deshalb sind schattige Pausen besonders wichtig.

Und trotz Sommerhitze gilt selbstverständlich: Auf den notwendigen Schutzhelm sollte nicht verzichtet werden.

 

6. Sonnenschutz: Nicht nur Sonnencreme

Sonnencreme ist wichtig – aber sie ist nur ein Teil des Sonnenschutzes.

Zur sommergerechten Ausstattung gehören:

  • leichte Kleidung,
  • Sonnenhut möglichst mit Nackenschutz,
  • Schatten,
  • geeignete Sonnenbrille,
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor.

Besonders die intensive Sonne sollte gemieden werden.

Nach dem Baden, Abtrocknen oder starkem Schwitzen muss der Sonnenschutz kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden.

 

7. Planschbecken und Wasserspiele

Wasser ist an heißen Tagen eine wunderbare Abkühlung.

Planschbecken, Gartendusche oder Wasserspiele sorgen dafür, dass Kinder Spaß haben und sich gleichzeitig erfrischen können.

Doch auch bei sehr wenig Wasser gilt:

Kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt im oder am Wasser lassen.

Nach dem Planschen sollte außerdem an trockene Kleidung und erneuten Sonnenschutz gedacht werden.

 

8. Barfuß durch den Sommer – aber nicht überall

Barfußlaufen ist für viele Kinder ein echtes Sommergefühl.

Auf geeigneten Untergründen wie Rasen oder Sand macht es besonders viel Spaß. Doch Asphalt, Steinplatten und andere dunkle Flächen können sich in der Sonne stark aufheizen.

Auch Glasscherben, spitze Steine oder Insekten können zur Gefahr werden.

Deshalb vorher kurz prüfen, wo die kleinen Füße unterwegs sind.

 

9. Was gehört in die Sommer-Ausflugstasche?

Eine gut gepackte Tasche erspart Eltern unterwegs viel Stress.

Die Sommer-Grundausstattung:

  • Trinkflasche
  • Sonnencreme
  • Sonnenhut
  • leichte Ersatzkleidung
  • kleines Handtuch
  • gesunder Snack
  • Pflaster
  • feuchter Waschlappen oder Tuch
  • eventuell eine leichte Picknickdecke

Bei längeren Ausflügen sollten außerdem ausreichend Getränke für alle Familienmitglieder mitgenommen werden.

 

10. Trinken spielerisch erinnern

Beim Spielen wird der Durst schnell vergessen.

Statt ständig zu fragen „Hast du genug getrunken?“ können Eltern feste kleine Trinkpausen einführen.

Zum Beispiel:

Nach jeder Spielrunde gibt es drei Schlucke Wasser.

Eine eigene bunte Trinkflasche kann zusätzlich motivieren.

Wasser und ungesüßte Getränke sind für heiße Tage die beste Wahl.

11. Wenn Kinder bei Hitze kaum essen möchten

Bei hohen Temperaturen kann der Appetit kleiner werden.

Dann müssen es nicht unbedingt große Mahlzeiten sein.

Kleine Portionen mit beispielsweise Gurke, Melone, Beeren, Joghurt oder Brot sind oft angenehmer.

Wichtig ist vor allem, dass Kinder ausreichend trinken.

 

12. Kinderzimmer für heiße Nächte vorbereiten

Nicht nur der Tag, auch warme Nächte können für Kinder anstrengend sein.

Hilfreich ist:

  • frühmorgens und nachts lüften,
  • Fenster tagsüber möglichst verschatten,
  • leichte Schlafkleidung wählen,
  • schwere Bettdecken vermeiden,
  • unnötige Wärmequellen im Zimmer ausschalten.

Das Schlafzimmer sollte möglichst zu den kühlsten Räumen der Wohnung gehören.

 

13. Woran erkenne ich, dass meinem Kind die Hitze zu viel wird?

Hier sollten Eltern besonders aufmerksam werden.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • ungewöhnliche Müdigkeit,
  • Schwäche,
  • starkes Schwitzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit,
  • trockene Lippen,
  • auffällige Reizbarkeit,
  • ungewöhnliches Verhalten,
  • deutlich weniger Trinken oder Urin.

Bei Babys kann eine geringere Zahl nasser Windeln ein Hinweis darauf sein, dass Flüssigkeit fehlt.

 

14. Was tun, wenn ein Kind überhitzt wirkt?

Das Kind zunächst aus der Sonne bringen und einen kühlen, schattigen Ort aufsuchen.

Beengende Kleidung kann gelockert werden. Feuchte, nicht eiskalte Tücher können vorsichtig zur Abkühlung eingesetzt werden.

Ist das Kind wach und kann normal trinken, sollte Flüssigkeit angeboten werden.

Sofort medizinische Hilfe holen bei:

  • Bewusstlosigkeit,
  • Krampfanfällen,
  • deutlicher Verwirrtheit,
  • sehr hoher Körpertemperatur,
  • schweren oder sich schnell verschlechternden Beschwerden.

Im Zweifel lieber einmal zu früh medizinischen Rat einholen.

 

15. Der Sommer-Tipp für Familien

Machen Sie aus dem Hitzeschutz keine Verbotsliste.

Kinder können auch an heißen Tagen draußen spielen und den Sommer genießen. Entscheidend sind die richtigen Rahmenbedingungen:

Morgens Abenteuer – mittags Schatten – nachmittags Wasser – zwischendurch immer wieder trinken.

So werden Schutzmaßnahmen ganz selbstverständlich Teil des Sommertages.

Wissenswert

Je jünger ein Kind ist, desto empfindlicher kann es auf hohe Temperaturen reagieren. Babys und Kleinkinder benötigen deshalb besonders viel Unterstützung durch Erwachsene.

Kinder erkennen außerdem nicht immer selbst, wann ihnen eine Pause guttut. Beim Spielen werden Durst und Erschöpfung schnell vergessen.

Regelmäßige Trink-, Schatten- und Ruhepausen sollten deshalb eingeplant werden, bevor erste Beschwerden auftreten.

 

Fazit

Ein schöner Kindersommer braucht keine komplizierten Regeln.

Ein schattiger Spielplatz, ausreichend Getränke, passende Kleidung, Sonnenschutz, Abkühlung und aufmerksame Eltern sind meist die wichtigsten Voraussetzungen für unbeschwerte Sommertage.

Besonders bei Babys und Kleinkindern lohnt es sich, Hitze von Anfang an mitzudenken – im Kinderwagen genauso wie auf dem Spielplatz, beim Autofahren oder während einer warmen Sommernacht.

So bleiben Sommer, Sonne und Ferien vor allem das, was sie für Kinder sein sollen: eine Zeit voller Entdeckungen, Bewegung und schöner Familienmomente.

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