Saftige Pflaumen auf lockerem Hefeteig und goldbraune Butterstreusel machen diesen sommerlichen Blechkuchen zu einem unkomplizierten Genuss für die Kaffeetafel. Besonders im Spätsommer, wenn Pflaumen und Zwetschgen Saison haben, lässt sich der Kuchen wunderbar mit Früchten aus regionalem Anbau zubereiten.
Eine Reise durch Deutschlands Genussregionen darf ruhig auch einmal süß werden.
Thüringen besitzt eine ausgeprägte Kuchentradition. Besonders Blechkuchen gehören vielerorts zur klassischen Kaffeetafel und lassen sich je nach Jahreszeit mit unterschiedlichen Früchten zubereiten.
Im Spätsommer bieten sich Pflaumen oder Zwetschgen besonders an. Die Früchte werden auf einen einfachen Hefeteig gelegt und mit knusprigen Butterstreuseln bedeckt.
Dabei entsteht ein Kuchen, der fruchtig, leicht säuerlich und angenehm süß zugleich schmeckt.
Noch leicht lauwarm serviert, ist er ein schöner Begleiter zu einer Tasse Kaffee oder Tee – und eignet sich ebenso für Gartenfest, Familiennachmittag oder Sonntagskaffee.
Zutaten für ein Backblech
Für den Hefeteig
- 500 g Weizenmehl
- 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 1 Päckchen Trockenhefe
- 250 ml Milch
- 70 g Zucker
- 80 g weiche Butter
- 1 Ei
- 1 Prise Salz
- 1 Päckchen Vanillezucker
Für den Belag
- etwa 1,5 kg Pflaumen oder Zwetschgen
- 1–2 EL Zucker, je nach Süße der Früchte
- ½ TL Zimt nach Geschmack
Für die Streusel
- 200 g Weizenmehl
- 120 g Butter
- 100 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 1 Prise Zimt
- 1 kleine Prise Salz
Zubereitung
1. Hefeteig vorbereiten
Die Milch leicht erwärmen. Sie sollte lediglich lauwarm und keinesfalls heiß sein.
Frische Hefe hineinbröckeln und mit einem Teelöffel des Zuckers verrühren.
Etwa 5–10 Minuten stehen lassen.
Bei Trockenhefe die Hinweise auf der Verpackung beachten.
2. Teig kneten
Mehl in eine große Schüssel geben.
Hefemilch, restlichen Zucker, Butter, Ei, Salz und Vanillezucker hinzufügen.
Alles mehrere Minuten zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten.
Ist der Teig sehr klebrig, etwas Mehl ergänzen. Dabei nicht zu viel verwenden, damit der Kuchen später schön locker bleibt.
3. Teig gehen lassen
Die Schüssel abdecken und den Hefeteig an einem warmen Ort etwa 45–60 Minuten gehen lassen.
Das Volumen sollte sich deutlich vergrößern.
4. Pflaumen vorbereiten
Währenddessen Pflaumen oder Zwetschgen gründlich waschen.
Früchte halbieren, entsteinen und je nach Größe noch einmal einschneiden beziehungsweise vierteln.
5. Streusel herstellen
Mehl, Zucker, Vanillezucker, Zimt und Salz vermischen.
Butter in kleinen Stücken hinzugeben.
Mit den Händen zu unterschiedlich großen Streuseln verarbeiten.
Bis zur Verwendung kühl stellen.
6. Backblech vorbereiten
Ein tiefes Backblech mit Backpapier auslegen oder leicht einfetten.
Den aufgegangenen Hefeteig noch einmal kurz durchkneten und anschließend gleichmäßig auf dem Backblech ausrollen beziehungsweise mit den Händen verteilen.
7. Pflaumen verteilen
Die vorbereiteten Früchte dicht nebeneinander auf den Hefeteig legen.
Wer es etwas süßer mag, streut ein bis zwei Esslöffel Zucker darüber.
Nach Geschmack etwas Zimt hinzufügen.
8. Streusel daraufgeben
Die gekühlten Streusel gleichmäßig über den Pflaumen verteilen.
Dabei dürfen ruhig kleinere und größere Streusel entstehen.
9. Backen
Den Kuchen im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 35–40 Minuten backen.
Die genaue Backzeit kann je nach Backofen und Saftigkeit der Früchte etwas variieren.
Die Streusel sollten goldbraun sein.
10. Abkühlen lassen
Den fertigen Kuchen aus dem Ofen nehmen und zunächst auf dem Blech abkühlen lassen.
Lauwarm schmeckt er besonders gut.
Zubereitungsdauer
Vorbereitung: ca. 30 Minuten
Gehzeit: ca. 45–60 Minuten
Backzeit: ca. 35–40 Minuten
Gesamt: ca. 2 Stunden
Portionen: etwa 20 Stücke
Ernährungsform: Vegetarisch
Pflaume oder Zwetschge?
Beide Früchte eignen sich für einen sommerlichen Blechkuchen.
Zwetschgen besitzen meist ein etwas festeres Fruchtfleisch und lösen sich häufig leichter vom Stein. Beim Backen behalten sie ihre Form vergleichsweise gut.
Pflaumen können saftiger sein und geben dem Kuchen dadurch eine besonders fruchtige Konsistenz.
Welche Variante verwendet wird, kann deshalb ganz nach Angebot und persönlichem Geschmack entschieden werden.
Saisonale Früchte aus der Region
Am besten schmeckt der Kuchen während der heimischen Erntezeit.
Pflaumen und Zwetschgen sind je nach Sorte und Witterung vom Sommer bis in den Herbst erhältlich.
Auf Wochenmärkten und in Hofläden lohnt es sich, nach regional angebauten Früchten Ausschau zu halten.
Reife Früchte erkennt man unter anderem daran, dass sie aromatisch duften und bei leichtem Druck etwas nachgeben, ohne bereits sehr weich zu sein.
Warum Hefeteig?
Hefeteig gehört zu den klassischen Grundlagen vieler traditioneller Blechkuchen.
Sein großer Vorteil: Er ist weniger mächtig als manche sehr butterreichen Kuchenböden und bietet eine gute Grundlage für saftiges Obst.
Wichtig ist vor allem, dem Teig ausreichend Zeit zum Gehen zu geben.
Hefe mag es angenehm warm – aber nicht heiß.
Wenn die Pflaumen besonders saftig sind
Sehr reife Früchte können beim Backen viel Flüssigkeit abgeben.
In diesem Fall können vor dem Belegen 2–3 Esslöffel gemahlene Mandeln dünn auf dem Hefeteig verteilt werden.
Sie nehmen einen Teil des Fruchtsafts auf und geben dem Kuchen gleichzeitig ein feines Aroma.
Variante mit weniger Streuseln
Wer einen besonders fruchtigen Kuchen bevorzugt, kann die Streuselmenge reduzieren.
Der Kuchen funktioniert auch nur mit Pflaumen, etwas Zucker und Zimt.
So stehen die Früchte geschmacklich noch stärker im Mittelpunkt.
Mit Mandeln verfeinern
Für eine leicht nussige Variante können etwa 50 g Mandelblättchen unter die Streusel gemischt werden.
Sie werden beim Backen leicht geröstet und sorgen für zusätzlichen Biss.
Sommer-Tipp
An heißen Tagen lässt sich der Hefeteig besonders gut am frühen Vormittag vorbereiten.
Den fertigen Kuchen anschließend vollständig auskühlen lassen und bis zur Kaffeetafel an einem geeigneten kühlen Ort aufbewahren.
Frisch geschlagene Sahne kann separat dazu angeboten werden und sollte bis unmittelbar vor dem Servieren im Kühlschrank bleiben.
Für Kinder
Der Pflaumenkuchen eignet sich auch gut für die Familienkaffeetafel.
Wichtig ist, die Früchte sorgfältig zu entsteinen.
Für kleinere Kinder kann der Kuchen in handliche Stücke geschnitten werden. Bei sehr säuerlichen Früchten lässt sich die Zuckermenge auf dem Belag etwas anpassen.
Kann man den Kuchen einfrieren?
Ja.
Der vollständig ausgekühlte Pflaumenkuchen lässt sich portionsweise einfrieren.
Dazu einzelne Stücke gut verpacken und entsprechend den üblichen Empfehlungen für Tiefkühlkost lagern.
Nach dem Auftauen kann der Kuchen für einige Minuten im Backofen leicht erwärmt werden. Dadurch schmecken besonders die Streusel wieder schön frisch.
Dazu passt
Der Pflaumenkuchen schmeckt pur bereits hervorragend.
Wer möchte, serviert dazu:
- einen Klecks Schlagsahne,
- etwas Naturjoghurt,
- eine Tasse Kaffee oder
- ungesüßten Tee.
An einem warmen Sommertag ist auch ein gekühlter Kräuter- oder Früchtetee eine schöne Begleitung.
Wissenswert
Die Thüringer Kuchenkultur ist traditionell vielfältig. Blechkuchen mit Hefe- oder anderen Böden, unterschiedlichen Auflagen und saisonalen Zutaten gehören vielerorts zur regionalen Backtradition.
Gerade Obstkuchen zeigen dabei, wie gut sich traditionelle Rezepte an die jeweilige Jahreszeit anpassen lassen.
Im Sommer und Spätsommer liefern Pflaumen und Zwetschgen eine fruchtige Grundlage, während später im Jahr beispielsweise Äpfel andere Varianten ermöglichen.
Fazit
Thüringer Pflaumenkuchen mit Streuseln verbindet traditionelle Backkultur mit den Früchten des Spätsommers.
Ein lockerer Hefeteig bildet die Grundlage, saftige Pflaumen sorgen für eine angenehm fruchtige Säure und knusprige Butterstreusel runden den Kuchen ab.
Das Rezept eignet sich für die Familienkaffeetafel ebenso wie für Gartenfest oder Sonntagsbesuch und lässt sich hervorragend mit regionalen Früchten zubereiten.
Ein bodenständiger, saisonaler Kuchen, der zeigt, dass Thüringer Genuss weit mehr zu bieten hat als die bekannten herzhaften Spezialitäten.