Klimaanlage im Sommer – angenehm kühl, aber richtig eingesetzt

Wenn draußen die Temperaturen steigen, sorgen Klimaanlagen zu Hause, im Büro oder im Auto für angenehme Abkühlung. Doch zu niedrige Temperaturen, ein dauerhafter Luftstrom und schlecht gewartete Geräte können das Wohlbefinden beeinträchtigen. Mit einigen einfachen Regeln lässt sich die Klimaanlage komfortabel und sinnvoll nutzen.

Draußen flimmert die Hitze, drinnen empfängt uns angenehm kühle Luft. An heißen Sommertagen kann eine Klimaanlage eine echte Erleichterung sein – insbesondere dann, wenn sich Wohnungen, Büros oder Fahrzeuge über Stunden stark aufheizen.

Doch mehr Kühlung ist nicht automatisch besser. Wer einen Raum sehr stark herunterkühlt oder stundenlang direkt im kalten Luftstrom sitzt, empfindet die Klimaanlage schnell als unangenehm. Trockene Augen, gereizte Schleimhäute oder Verspannungen können die Folge sein.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob gekühlt wird, sondern vor allem wie.

Nicht zum Kühlschrank machen

Kommt man aus großer Hitze in einen sehr stark klimatisierten Raum, kann der Temperaturunterschied unangenehm sein.

Statt die Anlage sofort auf die niedrigste mögliche Temperatur zu stellen, ist eine moderate Kühlung meist angenehmer.

Gerade in Wohnräumen muss das Ziel nicht sein, sommerliche Temperaturen vollständig verschwinden zu lassen. Bereits einige Grad weniger können das Raumklima deutlich angenehmer machen.

Der Luftstrom sollte nicht direkt auf den Körper treffen

Ein häufiger Fehler ist weniger die eingestellte Temperatur als die Position des Luftstroms.

Kalte Luft sollte möglichst nicht über längere Zeit direkt auf:

  • Gesicht,
  • Augen,
  • Nacken,
  • Schultern oder
  • Rücken

gerichtet sein.

Wer beispielsweise am Schreibtisch dauerhaft unter einem Klimagerät sitzt, kann den Luftstrom häufig über die Lamellen des Gerätes anders ausrichten.

Warum sich Nacken und Schultern bemerkbar machen können

Kühle Zugluft wird von manchen Menschen als unangenehm empfunden. Wer gleichzeitig längere Zeit unbewegt am Schreibtisch oder im Auto sitzt, kann verspannte Muskeln besonders deutlich wahrnehmen.

Hilfreich sind regelmäßige Bewegungspausen und ein Arbeitsplatz, an dem der kalte Luftstrom nicht dauerhaft auf dieselbe Körperstelle trifft.

Trockene Augen durch klimatisierte Räume

Klimaanlagen können dazu beitragen, dass die Raumluft trockener wird. Gleichzeitig kann ein Luftstrom den Tränenfilm auf der Augenoberfläche schneller verdunsten lassen.

Besonders bei langer Bildschirmarbeit können sich die Augen deshalb trocken oder gereizt anfühlen.

Hilfreich sind:

  • Luftstrom vom Gesicht weglenken,
  • regelmäßig blinzeln,
  • Bildschirmarbeit unterbrechen,
  • immer wieder in die Ferne schauen.

Bei anhaltenden oder starken Augenbeschwerden sollte die Ursache medizinisch abgeklärt werden.

Auch Nase und Rachen können reagieren

Nicht nur die Augen können trockene Luft wahrnehmen.

Auch Nase, Mund und Rachen können sich trocken anfühlen. Deshalb sollte die Klimaanlage nicht unnötig kalt eingestellt werden.

Regelmäßiges Trinken ist unabhängig davon an heißen Tagen wichtig. Bei Menschen mit ärztlich vorgegebener Trinkmengenbegrenzung gelten selbstverständlich die individuellen medizinischen Empfehlungen.

Klimaanlage im Schlafzimmer

Ein angenehm temperiertes Schlafzimmer kann während einer Hitzewelle die Nachtruhe erleichtern.

Dabei sollte die kalte Luft jedoch nicht dauerhaft direkt auf das Bett gerichtet sein.

Praktisch kann eine Timer- oder Nachtfunktion sein, sofern das Gerät darüber verfügt. Damit muss die Anlage nicht zwangsläufig die gesamte Nacht mit voller Leistung laufen.

Auch hier gilt: angenehm temperieren statt stark herunterkühlen.

Erst verschatten, dann klimatisieren

Eine Klimaanlage muss weniger arbeiten, wenn möglichst wenig Hitze in den Raum gelangt.

Deshalb lohnt es sich, bereits tagsüber:

  • Rollläden oder Jalousien zu schließen,
  • direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren,
  • unnötige Wärmequellen auszuschalten,
  • Fenster während der größten Hitze geschlossen zu halten.

Ist die Außenluft morgens oder nachts deutlich kühler, kann zusätzlich gelüftet werden.

So ergänzen sich passiver Hitzeschutz und Klimaanlage.

Fenster auf und Klimaanlage an?

Das ist meist keine sinnvolle Kombination.

Bei geöffneten Fenstern strömt ständig warme Außenluft nach, während die Klimaanlage versucht, den Raum herunterzukühlen.

Das kostet unnötig Energie.

Besser: gezielt lüften, Fenster anschließend schließen und erst dann klimatisieren.

Klimaanlage im Auto richtig nutzen

Ein Auto kann sich in der Sonne stark aufheizen.

Vor der Fahrt kann es sinnvoll sein, Türen beziehungsweise Fenster kurz zu öffnen und die angestaute heiße Luft entweichen zu lassen.

Anschließend Fenster schließen und die Klimaanlage einschalten.

Die Lüftungsdüsen sollten möglichst nicht dauerhaft direkt auf Gesicht und Augen gerichtet sein.

Vorsicht bei Kindern im Auto

Bei Kindern ist ein angenehmes Klima im Fahrzeug besonders wichtig.

Der Luftstrom sollte nicht direkt auf das Kind gerichtet werden. Gleichzeitig darf ein Kind selbstverständlich niemals allein in einem abgestellten Fahrzeug zurückbleiben – auch nicht für wenige Minuten.

Ein parkendes Auto kann sich bei Sonneneinstrahlung sehr schnell stark aufheizen.

Filter und Wartung nicht vergessen

Eine Klimaanlage braucht Pflege.

Filter sammeln mit der Zeit Staub und andere Verunreinigungen. Je nach Gerät müssen sie gereinigt oder ausgetauscht werden.

Dabei gelten die Wartungsintervalle und Anweisungen des Herstellers.

Auch Klimaanlagen im Auto sollten regelmäßig entsprechend den Fahrzeug- beziehungsweise Herstellerangaben kontrolliert werden.

Ungewöhnliche oder muffige Gerüche nach dem Einschalten können ein Hinweis darauf sein, dass eine Reinigung oder Wartung erforderlich ist.

Mobile Klimageräte richtig aufstellen

Mobile Geräte sind besonders in Mietwohnungen beliebt.

Bei Geräten mit Abluftschlauch sollte darauf geachtet werden, dass möglichst wenig warme Außenluft durch das dafür geöffnete Fenster zurück in den Raum gelangt.

Geeignete Fensterabdichtungen können dabei helfen.

Außerdem sollte das Gerät so stehen, dass die Luft ungehindert zirkulieren kann und Zu- beziehungsweise Abluftöffnungen nicht verdeckt werden.

Ventilator oder Klimaanlage?

Beide Geräte funktionieren unterschiedlich.

Ein Ventilator senkt normalerweise nicht die eigentliche Raumtemperatur. Die bewegte Luft kann sich auf der Haut dennoch angenehmer anfühlen.

Eine Klimaanlage entzieht der Raumluft dagegen Wärme und kann die tatsächliche Temperatur reduzieren.

An mäßig warmen Tagen kann deshalb bereits ein Ventilator ausreichen. Bei stark aufgeheizten Räumen kann eine Klimaanlage deutlich effektiver sein.

Energie sparen beim Kühlen

Komfort und Energieverbrauch müssen kein Widerspruch sein.

Hilfreich sind:

  • Räume tagsüber verschatten,
  • Türen zu nicht genutzten Räumen schließen,
  • nur tatsächlich genutzte Räume kühlen,
  • Fenster während des Betriebs geschlossen halten,
  • keine unnötig niedrige Temperatur wählen,
  • Filter sauber halten,
  • morgens und nachts natürliche Kühlung nutzen.

Jedes Grad, um das ein Raum weniger stark heruntergekühlt werden muss, reduziert die Arbeit der Anlage.

Sommer-Tipp

Machen Sie vor dem Einschalten der Klimaanlage einen kurzen Vier-Punkte-Check:

Sonne draußen halten – Fenster schließen – Temperatur moderat einstellen – Luftstrom vom Körper weglenken.

Damit lassen sich bereits viele typische Fehler vermeiden.

Wissenswert

Das Temperaturempfinden ist individuell. Alter, Kleidung, körperliche Aktivität, Luftfeuchtigkeit und persönliche Gewohnheiten beeinflussen, welche Raumtemperatur als angenehm empfunden wird.

Deshalb gibt es nicht die eine perfekte Einstellung für jeden Menschen und jede Situation.

Das Ziel sollte ein angenehmes Raumklima ohne extreme Temperaturunterschiede und störende Zugluft sein.

Wann Beschwerden ernst genommen werden sollten

Nicht jedes Kratzen im Hals nach einem Tag im klimatisierten Büro wird durch die Klimaanlage verursacht. Auch Infekte, Allergien und andere Ursachen kommen infrage.

Beschwerden wie starke Atemprobleme, anhaltender Husten, Fieber oder ausgeprägte Augenreizungen sollten deshalb nicht einfach der Klimaanlage zugeschrieben werden.

Bei stärkeren oder länger anhaltenden Beschwerden ist eine medizinische Abklärung sinnvoll.

Fazit

Eine Klimaanlage kann heiße Sommertage erheblich angenehmer machen – vorausgesetzt, sie wird sinnvoll eingesetzt.

Moderates Kühlen, ein vom Körper weggerichteter Luftstrom, geschlossene Fenster während des Betriebs und regelmäßige Wartung gehören zu den wichtigsten Grundlagen.

Wer zusätzlich Rollläden und Jalousien nutzt, morgens beziehungsweise nachts lüftet und unnötige Wärmequellen reduziert, muss häufig weniger stark klimatisieren.

So wird aus der Klimaanlage kein eisiger Gegenpol zum Sommer, sondern eine angenehme Unterstützung an besonders heißen Tagen.

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