Das Neunerlei ist ein traditionelles Heiligabendgericht aus dem Erzgebirge in Sachsen. In seiner schlichten Form besteht es aus mehreren kleinen Speisen mit symbolischer Bedeutung – fleischlos, bodenständig und stark mit regionalem Brauchtum verbunden.
In Sachsen, insbesondere im Erzgebirge, hat der Heiligabend eine besondere kulturelle Bedeutung. Das Neunerlei ist weniger ein einzelnes Gericht als vielmehr ein symbolisches Mahl. Ursprünglich bestand es aus neun einfachen Bestandteilen, die Glück, Wohlstand und Schutz für das kommende Jahr symbolisieren sollten.
Am Heiligabend wurde dabei bewusst einfach gegessen. Fleisch war unüblich, Fisch ebenfalls nicht zwingend. Wichtig war nicht Üppigkeit, sondern Bedeutung. In vielen Familien hat sich bis heute eine reduzierte, alltagstaugliche Variante des Neunerleis gehalten.
Typische Bestandteile
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Salzkartoffeln
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Linsen oder Erbsen
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Sauerkraut
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Pilze (z. B. Waldpilze oder Champignons)
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Apfelmus oder Kompott
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Semmelknödel oder Klöße (klein)
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Brot
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Salz
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Milch oder Quark
(Nicht jede Familie serviert alle neun Bestandteile – das Prinzip ist entscheidend, nicht die exakte Liste.)
Zubereitung
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Kartoffeln
Als Salzkartoffeln oder kleine Klöße zubereiten. -
Linsen / Erbsen
Klassisch weich gekocht, mild gewürzt. -
Sauerkraut & Pilze
Separat erwärmen, Pilze leicht dünsten. -
Süße Beilage
Apfelmus oder Kompott bereitstellen. -
Anrichten
Alle Komponenten in kleinen Portionen auf einer Platte oder einzeln servieren.
Dauer der Zubereitung
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Vorbereitung: ca. 30 Minuten
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Kochzeit: ca. 40 Minuten
Gesamt: etwa 70 Minuten
Geschätzte Kosten
➡️ Pro Portion: etwa 3,00–3,75 €
Geeignet für:
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Traditionelle Familienfeiern am Heiligabend
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Vegetarische Ernährung
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Gäste, die Brauchtum & Symbolik schätzen
Nicht geeignet für:
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Personen, die ein klassisches Hauptgericht erwarten
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Gäste mit wenig Geduld für mehrere kleine Komponenten
Was passt dazu
Getränke:
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Mineralwasser
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Kräutertee
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Apfelsaftschorle
Atmosphäre:
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Kerzenlicht
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Gemeinsames Anrichten
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Ruhiger, bewusster Ablauf (Teil der Tradition)
Zubereitung – Einfaches Neunerlei für den Heiligabend
Das Neunerlei besteht aus mehreren kleinen, einfachen Beilagen, die parallel zubereitet werden können. Es geht nicht um Perfektion, sondern um ein ruhiges, gut planbares Essen.
1. Kartoffeln vorbereiten
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Kartoffeln schälen und je nach Wunsch:
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als Salzkartoffeln kochen
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oder kleine Klöße zubereiten
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In leicht gesalzenem Wasser gar kochen
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Warm halten
Tipp: Salzkartoffeln sind für den Heiligabend die einfachste und verbreitetste Variante.
2. Linsen oder Erbsen kochen
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Getrocknete Linsen oder Erbsen nach Packungshinweis garen
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Nur mild würzen (Salz reicht völlig aus)
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Warm halten
Traditionell stehen sie für Wohlstand im neuen Jahr, deshalb eher schlicht halten.
3. Sauerkraut erwärmen
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Sauerkraut aus dem Glas oder frisch verwenden
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In einem Topf langsam erhitzen
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Kein starkes Würzen – der Eigengeschmack steht im Vordergrund
4. Pilze zubereiten
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Pilze (z. B. Champignons oder gemischte Waldpilze) putzen
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In etwas Fett sanft anbraten oder dünsten
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Leicht salzen
Pilze gelten im Brauchtum als Symbol für Glück.
5. Süße Beilage bereitstellen
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Apfelmus oder Kompott in eine Schale füllen
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Nicht erhitzen – kalt servieren
Die Süße steht für Freude und gute Zeiten.
6. Brot & kleine Extras
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Brot in Scheiben schneiden
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Salz in ein kleines Schälchen geben
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Optional: etwas Quark oder Milch bereitstellen
Diese Elemente gehören traditionell dazu, auch wenn sie oft nur symbolisch gegessen werden.
7. Anrichten & Servieren
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Alle Bestandteile in kleinen Portionen anrichten
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Entweder:
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auf einer großen Platte
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oder in mehreren kleinen Schüsseln auf dem Tisch
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Jeder nimmt sich von allem ein wenig
? Wichtig: Nichts wird übereinander geschichtet – jede Speise bleibt für sich.
Wichtiger Hinweis:
Das Neunerlei ist kein festes Rezept, sondern eine Tradition.
Es ist vollkommen richtig, wenn:
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nicht alle neun Bestandteile vorhanden sind
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Mengen klein gehalten werden
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einzelne Komponenten weggelassen oder ersetzt werden
Der Gedanke zählt, nicht die exakte Ausführung.